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Kategorie: Unterricht

Zur Bildergalerie Foto anklicken! (li David Preložnik, re Direktor Gregor Deleja)

In der Schulwoche nach den Osterferien (April 2019) unternahmen die zwei Lehrpersonen Andrea Kollnig und Mathias Thum einen Job Shadowing-Besuch im Gymnasium Celje – Center (GCC), um vor Ort Einblicke in das Schulsystem und das Schulgeschehen im slowenischen Nachbarland zu gewinnen, den Erfahrungsaustausch zu pflegen und mit neuen Impulsen in die eigene Schule zurückzukehren. In der gleichen Mission waren bereits im Dezember 2018 drei Lehrpersonen des Gymnasiums Celje am BORG Lienz.
Die Musikprofessoren Direktor Gregor Deleja und David Preložnik stellten für uns ein interessantes Besichtigungsprogramm in ihrer Schule und in ihrer Stadt zusammen und ermöglichten uns auch einen Besuch in einer stadtnahen Grundschule.
Wir wurden überall sehr gastfreundlich empfangen und bestens betreut. Ein Highlight war der Besuch von zwei Schulchor-Konzerten im historischen Saalambiente des Rathauses (Narodni dom), eines davon wurde von schuleigenen Chören ausgetragen. Wir gewannen den Eindruck, dass an den Grundschulen und Gymnasien eine leidenschaftliche Chortradition gepflegt wird und gemeinsames Singen als wichtiges gemeinschaftsbildendes und identitätsstiftendes Kulturgut gelebt wird.
Außerschulische und fächerübergreifende Projekte in allen Fächern genießen am GCC einen besonderen Stellenwert. Das sehr engagierte Team rund um den Schulleiter verfolgt die Strategie, dass die Ausbildung der jungen Menschen in einem großen Maße auch bei Projekterfahrungen „außerhalb des Stundenplansystems“ passiert. Schüler wie Lehrer des GCC sind außerordentlich oft in verschiedensten europäischen und außereuropäischen Ländern „unterwegs“. Auch in Slowenien gibt es die Zentralmatura, die schulischen Leistungen der vielreisenden Schüler steht aber erfahrungsgemäß nicht hinter jenen, die bei keinen Projekten mitwirken.
Bei verschiedenen Veranstaltungen und Präsentationen gewannen wir den Eindruck, dass Schüler und Schülerinnen außerstundenplanmäßige Aufgaben nicht als „Pflichtübung“ sondern als persönliche Herausforderung betrachten, um sich in diversen Funktionen zu profilieren. Bei diversen Gelegenheiten während unseres Aufenthalts präsentierten sich Schüler und Schülerinnen durch ein sehr einsatzfreudiges und routiniert professionelles Auftreten.
So übernahm zum Beispiel eine Schülerin bei einer Führung durch die römischen Ausgrabungen spontan die Übersetzung vom Slowenischen ins Deutsche. Oder bei einer Rock’n’Sport-Veranstaltung in der Turnhalle, die von einer Schulband und Volleyball-SpielerInnen gemeinsam gestaltet wurden, übernahmen Schüler und Schülerinnen die Moderation, Foto- und Filmaufnahmen und die Schiedsrichterfunktion.
Ein geführter Rundgang durch das historische Schulgebäude wurde zusätzlich vertieft durch eine sehr ansprechende Powerpoint-Präsentation von zwei Schülerinnen. Auch hier wurde das projektorientierte Arbeiten des GCC sichtbar. Im Rahmen der Auseinandersetzung mit der Jugendstilarchitektur des Schulgebäudes wurden im Kunstunterricht auch kreative Filme und Bilder produziert.
Positiv beeindruckt waren wir auch von der Art und Weise, wie im GCC im Rahmen von Veranstaltungen vor der Schulgemeinschaft eine wertschätzende „Anerkennungs- und Verabschiedungs-Kultur“ gepflegt wird, von beiden Seiten mit wertschätzenden Worten und Gesten.